Berühmte VDSter...

Seit der Gründung des Verbandes der Vereine Deutscher Studenten 1881 haben sich Generationen von VDStern in Politik, Gesellschaft und Kultur engagiert und durch ihr Wirken das Staatswesen mitgeprägt. Manche von ihnen sind dabei berühmt geworden.

Friedrich Naumann
Vorsitzender der liberalen "Deutschen Demokratischen Partei" in der Weimarer Republik
25.3.1860 - 24.8.1919

Friedrich Naumann

Als junger Pfarrer in einer kleinen sächsischen Gemeinde lernte Friedrich Naumann die große Not der Arbeiter kennen. Überzeugt von der Notwendigkeit sozialer Reformen im Lande, gründete Naumann 1896 den "Nationalsozialen Verein", dessen Idee der bei der Arbeiterschaft und im liberalen Bürgertum Anhänger fand.
Nach einem schweren Rückschlag bei der Reichstagswahl 1903 löste Naumann den Verein auf. Im November 1918 wurde Naumann in der Nationalversammlung Vorsitzender der neuen Deutschen Demokratischen Partei, der Vertreterin des linken Liberalismus. Er hatte großen Anteil an der Ausarbeitung der Weimarer Reichsverfassung, insbesondere der Formulierung der Grundrechte. Die heutige (FDP-nahe) Friedrich-Naumann-Stiftung ist nach ihm benannt.

Johannes Schmidt-Wodder
Vertreter der deutschen Minderheit in Dänemark in den 1920er Jahren

9.6.1869 - 13.11.1959

Johannes Schmidt-Wodder

Johannes Schmidt-Wodder wurde nach dem Studium der Theologie in Leipzig, Greifswald und Kiel 1896 Pastor in Wodder, einer kleinen Gemeinde bei Hadersleben (das heutige “Haderslev” in Süddänemark bzw. Nordschleswig) im deutsch-dänischen Grenzland. Durch die Gründung des "Vereines für deutsche Friedensarbeit in der Nordmark" wollte Schmidt-Wodder den Spannungen zwischen Deutschen und Dänen entgegentreten, die sich seit dem deutsch-dänischen Krieg 1864 und der preußischen Nordschleswig-Politik aufgebaut hatten. Durch die Volksabstimmung 1920 über den Verlauf der deutsch-dänischen Grenze entstand in Nordschleswig die deutsche Minderheit in Dänemark, deren führender Vertreter Schmidt-Wodder über fast zwei Jahrzehnte wurde. Von 1920 bis 1939 war er der einzige deutsche Abgeordnete im dänischen Parlament in Kopenhagen.

Rudolf Nadolny
Deutscher Botschafter in Moskau 1933/34

12.7.1873 - 18.5.1953

Rudolf Nadolny

Als Sohn einer ostpreußischen Gutsbesitzerfamilie trat Rudolf Nadolny nach seinem Referendarexamen als Attaché ins Auswärtige Amt ein. Dank seiner guten russischen Sprachkenntnisse nahm er im 1. Weltkrieg an den Friedensverhandlungen mit Rußland in Brest-Litowsk teil. Der damalige Reichspräsident Ebert bot ihm den Posten als deutscher Außenminister an, doch Nadolny hielt einen solch raschen Aufstieg für verfrüht und trat stattdessen den Posten als Botschafter in der Türkei an. Im Herbst 1933 wurde er zum deutschen Botschafter in Moskau ernannt, schied aber schon im Mai 1934 wegen starker Differenzen mit Hitler über die deutsch-sowjetischen Beziehungen aus dem Diplomaten-Dienst aus. Nach dem 2. Weltkrieg engagierte sich Nadolny für die deutsche Wiedervereinigung.

Otto Dibelius
Kirchlicher Widerständler gegen das nationalsozialistische Regime;
Vorsitzender des Rates der Ev. Kirche 1949 bis 1961

15.5.1880 - 31.1.1967

Otto Dibelius

In Berlin als Sohn eines höheren Beamten geboren, begann er 1899 an der Berliner Universität das Studium der Theologie. Nach Abschluß des Studiums führte ihn sein Weg als Pfarrer in die Mark Brandenburg, nach Danzig, Pommern und schließlich wieder nach Berlin, wo er 1925 zum Generalsuperitendenten der Kurmark berufen wurde. Unter dem nationalsozialistischen Regime wandte sich Dibelius im Kirchenkampf scharf gegen die Verfälschung des Christentums durch die NS-Ideologie und wurde schließlich aus seinem Amt entlassen. Im Dienst deer Bekennenden Kirche leistet er in Predigten und Rundschreiben aktiven Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Nach dem 2. Weltkrieg wurde Otto Dibelius Bischof des Kirchensprengels Berlin-Brandenburg. 1949 bis 1961 war Dibelius der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD).

Ferdinand Friedensburg
Stellvertretender Oberbürgermeister von Berlin 1946-1951

17.11.1886-11.3.1972

Ferdinand Friedensburg

Nach Studium des Bergbaus, einem Studienaufenthalt in den USA und einer mißglückten Flucht aus englischer Gefangenenschaft in Gibraltar im 1. Weltkrieg wurdde er 1921 Landrat den Kreise Rosenberg in Westpreußen. Mitte der 20er Jahre nahm er den Posten als Polizeivizepräsident von Berlin wahr. Nach deutlicher
Kritik an Reichspräsident Hindenburg versetzte man Friedensburg 1927 in das Amt des Regierungspräsidenten in Kassel. Wegen seines Widerstandes gegen das nationalsozialistische Regime wurde Friedensburg 1933 entlassen und fortan von der Gestapo überwacht und zeitweise inhaftiert. Als stellvertretender Oberbürgermeister von Berlin seit 1946 vertrat er die Stadt neben Ernst Reuter in der schweren Zeit der Berlin-Blockade 1948. Bis 1965 gehörte Friedensburg als Berliner Abgeordneter dem Bundestag an.

Hermann Ehlers
Präsident des Deutschen Bundestages 1950-1954

1.10.1904 - 29.10.1954

Hermann Ehlers

Hermann Ehlers wuchs als Sohn eines Beamten in Berlin auf und studierte Rechtswissenschaften. Als Justitiar des Bruderrates der Bekennenden Kirche wurde Ehlers im Wege des Kirchenkampfes 1937 aus dem preußischen Justizdienst entlassen. Nach Kriegsende wurde er juristischer Oberkirchenrat der Oldenburgischen Landeskirche und ab 1949 Mitglied des Ersten Deutschen Bundestages. Nach Erkrankung des zunächst gewählten Bundestagspräsidenten wurde Hermann Ehlers 1950 Präsident des Deutschen Bundestages. 1953 wurde er fast einstimmig in seinem Amt bestätigt. Bis zu seinem frühen Tod 1954 leitete er die Sitzungen des Bundestages in der jungen Demokratie in souveräner Weise und hat damit den Stil der parlamentarischen Arbeit in der Bundesrepublik entscheidend mitgeprägt.

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Stand: November, 07