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Der Gedenkstein am Kyffhäuser hat aber nicht nur historische Bedeutung. Die Lösung sozialer Probleme in unserer Gesellschaft ist aktueller denn je. Um dies
deutlich zu machen, rief der Vorstand des Verbandes der Vereine Deutscher Studenten 1997 in einem Preisauschreiben dazu auf, einen neuen, auf unsere Zeit bezogenen Text für den Botschaftsgedenkstein zu formulieren.
Mit seinem Textvorschlag gewann der VDSt Kiel-Greifswald den ersten Preis. Der nachfolgende Text wurde am 6. Juni 1998 in einer Kasette in Anwesenheit des Präsidenten des thüringischen Landtages in der Nähe des
Gedenksteines für nachfolgende Generationen vergraben.
Der Text eines neuen fiktiven Gedenksteins lautet wie folgt:
“Wir appellieren an alle Verantwortlichen im wiedervereinigten Deutschland, sich
auf die grundlegenden Werte der Sozialen Marktwirtschaft zu besinnen, um Arbeitslosigkeit und soziale Not wirksam zu bekämpfen. Gefragt ist die sozial verpflichtete Marktwirtschaft, die das einzelne Individuum
wieder zur Geltung kommen läßt, die den Wert der Persönlichkeit oben an stellt und der Leistung den verdienten Ertrag zugute kommen läßt. Ein Staat, der alles zu regeln beansprucht, entmündigt seine Bürger. Sozial
sein heißt in erster Linie, selbst Verantwortung zu übernehmen. Wer sich selbst aber nicht mehr helfen kann und damit wirklich bedürftig ist, dem soll die Solidarität und Fürsorge des Gemeinwesens zugute kommen.
Nur auf dieser Grundlage werden wir die sozialen Probleme der Gegenwart und der Zukunft für nachfolgende Generationen im zusammenwachsenden Europa dauerhaft lösen können!
Verband der Vereine Deutscher Studenten (VVDSt) im Jahre 1998”
Mit dieser Formulierung beziehen wir uns auf die Ideen des "Vaters des deutschen Wirtschaftswunders", dem überzugten Marktwirtschaftler Ludwig
Erhard. Der Text ist ein Bekenntnis zum Grundgedanken Erhards: Das Prinzip der Freiheit mit dem des sozialen Ausgleichs und der Verantwortung des einzelnen dem Ganzen gegenüber zu verbinden. Mit dieser Überzeugung
wurden vor vierzig Jahren die marktwirtschaftlichen Kräfte im zerstörten Deutschland entfacht und damit die Grundlage unseres heutigen Wohlstands geschaffen. Die soziale Marktwirtschaft im Erhardschen Sinne ist
unbestritten eine Erfolgsgeschichte. Mit einer Staatsquote von über 50%, scheinbar nicht mehr aufzuhaltenden Sozialausgaben und einer überbordenen Regulierungswut entfernen wir uns heutzutage immer mehr von diesem
Ideal - Ludwig Erhard würde sich im Grabe umdrehen! Besinnen wir uns stattdessen den Fähigkeiten des einzelnen und stärken die Ideen Ludwig Erhards!
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